GALERIEPRENTOUNDWIESEL
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65189 Wiesbaden
Presseinformation
27.09. bis 25.10.2008
Nathalie Grenzhaeuser und Corinna Mayer
In der Ferne so nah, In der Nähe so fern
Die Eröffnung findet am Freitag, 26.09.2008 ab 19 Uhr statt. Der
Kunsthistoriker Christian Kaufmann wird eine Einführung in die Arbeiten
geben.
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Nathalie Grenzhaeuser und Corinna Mayer arbeiten seit ihrer Studienzeit
an der Städelschule in Frankfurt am Main in unmittelbarer Ateliernachbarschaft.
Trotz unterschiedlicher Medien und Thematiken weisen ihre Arbeiten Parallelen
auf. Während Nathalie Grenzhaeuser in der Ferne Bekanntes findet
erscheint scheinbar Naheliegendes, Vertrautes unter Corinna Mayers genauem
Blick plötzlich fremd.
In der Ferne so nah - In der Nähe so fern – stellt die scheinbar
gegensätzlichen Positionen in spannungsvolle Beziehung.
Nathalie Grenzhaeuser bearbeitet ihre auf Reisen entstandenen, analogen
Fotografien mit digitaler Collagetechnik. Sie setzt sich mit der Wahrnehmung
von Landschaftsräumen auseinander: Wüsten, Industrielandschaften,
verwaiste Stadt- und Landräume sind wiederkehrende Sujets. Sie interessiert
sich für Gegenden, die eine besondere Topografie aufweisen und sich
kulturgeschichtlich und ökologisch im Wandel befinden, um das Verhältnis
Natur/Mensch auszuloten. Grenzhaeuser verfremdet die fotografierte Landschaft,
überlagert Dokumentarisches mit Fiktivem, läßt Wissen
und persönliche Erfahrung einfließen. In der Ausstellung sind
erstmals auch unveröffentlichte Arbeiten aus der Serie „Crossing
the Twilight“ und „Die Inseln“ zu sehen. Die Vorlagen
zu beiden Bildserien sind in Island und Spitzbergen entstanden.
Corinna Mayer schöpft für ihre Zeichnungen, Gemälde und
Wandbilder aus einem großen Fundus von Bildvorlagen, die sich von
Renaissancegemälden bis zum Privatfoto erstrecken. Es handelt sich
zumeist um Portraits, die nicht einzelne Individuen meinen, sondern allgemeiner
als Menschenbilder zu bezeichnen sind.
Vom Umraum gelöst scheinen die Einzelpersonen, Paare oder Gruppen
auch ihrer historischen und sozialen Festlegungen entbunden, werden im
Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu zeitlosen Verbündeten,
die Verformungen des Daseins vorsichtig zur Schau stellen. Mayers Figuren
schauen uns an, scheinen Fragen zu stellen oder Antworten zu verschweigen.
Sie lassen sich nicht festlegen, treiben oft androgyn in einem Zustand
zwischen Trauer und Lächeln. Es ist eine Vieldeutigkeit, die uns
trifft, verstört, und wesentlich ist für die Bilder von Corinna
Mayer.
Und so lassen sich die Gesichter von Corinna Mayer ebenso wie die Landschaften
Nathalie Grenzhaeusers als Spiegel menschlicher Erfahrungshorizonte und
Geheimnisse lesen.
